Ein Zeichen von „oben“

Heute war nun der zweite gemeinsame Meditationsabend für die Sangha in Ludwigshafen – geprägt von Gemeinsamkeit: gemeinsam kochen, essen, unterhalten und den Ablauf der Meditation besprechen.

Geführte Meditation? – Ja. – Wie viele Runden sitzen wir? – Drei. – Mit was sollen wir räuchern? – Weihrauch auf Kohle.

Gemeinsame Vorbereitung des Zendo: Kerzen anzünden, Kohle zum Vorglühen in die Schale mit Sand legen, überschüssige Matten und Kissen raus räumen, ein paar vorbereitende Worte zu möglichen Sitzpositionen wechseln, in die Stille kommen, Weihrauch auf die Kohle legen und Plätze einnehmen. Wundervoll, die Gemeinschaft schwingt sich schon beim zweiten Mal richtig gut aufeinander ein, alles geht Hand in Hand und wir kommen leicht zur Ruhe. Auch der Abendvers wird gemeinsam gesungen, wie ich es von der GAL gelernt und als sehr verbindend empfunden habe. Im Anschluss hören wir eine geführte Meditation und gehen über ins stille Sitzen.

Nach ein paar Minuten gibt uns der Rauchmelder mit schrillem Piepen von der Decke zu verstehen, dass er mit Weihrauch auf Kohle so gar nicht einverstanden ist und wir uns jetzt lieber was überlegen sollten um ihn aus dieser misslichen Lage zu befreien. 😅

Nach dem ersten Schreck wird die Trittleiter geholt, der Rauchmelder abmontiert und mit vereinten Kräften ausgeschaltet (Nein, nicht bei allen Modellen kann man zu diesem Zweck die Batterie entfernen).

Bei der Rückkehr in den Zendo sind die 25 Minuten unserer ersten Sitzrunde abgelaufen, wir rücken die Kissen zurecht, kichern nochmal kurz über das eben Erlebte und beginnen mit der ersten Runde bewusstem Gehen.

Das ist genau das, was mir über das Sein mit dem Leben beigebracht wurde, von Karl Riedl im Intersein Zentrum in Hohenau. Es gibt Situationen, die erfordern Handlung, Fokussieren auf eine Sache. Wenn diese aber vorbei sind, sollte man sich stets wieder entspannen und öffnen können, statt bei dem zu verweilen, was alles falsch gelaufen ist und sich zu ärgern oder ähnliches – sonst ist man nicht im Fluss mit dem Leben, der in allen Bereichen aus einem Wechsel von Anspannen und Entspannen, Aktivität und Passivität, Werden und Vergehen besteht.

Mich persönlich hat es sehr erfüllt, dass das in dieser so „jungen“ Gemeinschaft so fließend funktioniert hat.

Danke für eure Präsenz und Praxis, das Sein mit dem, was ist! 🙏🏼