Und die Tränen fließen – ENDLICH!

Seit Wochen spüre ich „etwas“ in mir…

Wann immer ich an Meditation denke und Widerwille in mir aufsteigt.

Wann immer ich in der Meditation sitze und Gedanken und/oder Müdigkeit mich schier überwältigen.

Wann immer ich höre, dass die meisten OPs gar nicht nötig wären, wenn die Menschen die richtige Schmerz- und Bewegungstherapie bekämen.

Könnte sie noch leben, wenn man ihre Schmerzen richtig behandelt hätte?

Hätte sie genug Mut und Kraft in sich gehabt um sich den anderen Themen zu stellen?

Seit Monaten habe ich nun selbst Schmerzen – mal mehr, mal weniger – und spüre, wie mir dieser dauerhafte Schmerz die Energie aus jedem noch so kleinen Winkel meines Körpers und meiner Seele saugt, wie mir sämtliche Leichtigkeit, Freude, Dankbarkeit und Liebe verloren gehen. Dabei sind meine Schmerzen meistens nicht so sehr stark, nur eben immer da.

Wie muss es sein dauerhaft mit so starken Kreuzschmerzen zu leben, dass man nicht weiß, wie man sich bewegen soll – gehen, stehen, sitzen, liegen, alles tut weh, egal, was man tut? Die letzte Hoffnung auf Besserung, das Einsetzen von zwei Bandscheiben aus Titan im Lendenwirbelbereich, bringt keine Besserung, all die Kräftigung der Muskeln ist vergeblich?

Dieses Leid für sich genommen ist kaum erträglich und dabei vermutlich ausgelöst von tief sitzenden Verletzungen, Kränkungen, Demütigungen und Missbrauch in der Kindheit, nichts davon aufgearbeitet, alles noch im System fest eingebaut, festgezurrt durch verkrampfende Muskeln, die die Wirbel so fest aufeinander pressen, dass die Bandscheiben aufgeben.

Wo war all das Wissen darum, dass man verkrampfte Muskeln nicht kräftigen, sondern lockern sollte, vor zehn Jahren?

Wo waren die Leute, die das damals schon wussten?

Hätte es sie retten können?

Ihr die Schmerzen nehmen oder erträglicher machen können?

Hätte sie damit die Kraft gehabt die Trennung zu überstehen, sich dem Leben und der Zukunft zuzuwenden?

Nichts davon entspringt langem Grübeln oder angestrengtem Vertiefen in das Thema. All diese Überlegungen sind heute in der Morgenmeditation innerhalb von Sekunden über mich hinweg gerollt und haben die Blase der letzten Wochen zum Platzen gebracht.

Die Blase des Widerwillens, der Freudlosigkeit, der Blockaden, der Emotionslosigkeit und Leere, der unerklärlichen Trauer und Depression.

Ich hätte gefühlt noch Stunden auf meinem Kissen sitzen und weinen können, Meere an Tränen vergießen – darüber, wie alles gelaufen ist, was ich verlieren und was diese so starke und gleichzeitig zerbrechliche Frau vorher ertragen musste.

Weinen über meinen eigenen Umgang damit in den letzten Wochen, die Flucht in die Handy- und Spielewelt, das Suchen im Außen nach dem Auslöser, wo ich doch weiß, dass die Wurzel – und die Heilung! – in mir sind.

Und weinen vor Dankbarkeit, dass dieser Knoten sich endlich mal wieder gelockert hat, dass etwas davon abfließen konnte und ich mich freier fühle.

Die Stunden des Weinens waren nur etwa zehn Minuten, der Timer war abgelaufen, die Welt dreht sich weiter, der Alltag ruft.

Diese Zeilen schreibe ich auf dem Weg zur Arbeit im Bus.

Aber das Gefühl ein weiteres Stück Erlösung gefunden zu haben begleitet mich in den Tag, die Sonne scheint ein kleines bisschen heller, die Luft schmeckt frischer.

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