Magischer Herbstwald
🌬🍂🌲❄️

Einen Fuß nach dem anderen setze ich auf den dichten Teppich aus nassem Herbstlaub, die Geräusche ändern sich mit jedem Schritt, mal landen meine Sohlen lautlos sanft in dickem Moos, mal schmatzen sie durch schlammigen Untergrund oder rascheln durch Eichenblätter, hier und da knackt ein Zweig. Von Zeit zu Zeit rauscht der Wind durch die hohen Baumwipfel und lässt gesammelte Wassertropfen auf meine Kapuze und den Waldboden prasseln; eben jener Wind, der den feinen eisigen Dunst, welcher in der Luft liegt, direkt bis in meine Knochen zu wehen scheint. Wie zur Wiedergutmachung trägt er gleichzeitig den leicht moschusartigen Duft von zerfallenden Blättern und nassem Erdreich in meine Nase. Das Zwielicht fällt auf schwarzglänzendes Wurzelwerk, das aus einem Meer von rotbraunen Buchenblättern hervorlugt. Im Kontrast dazu leuchten hellgrüne Tannenzweige gezuckert mit ein paar Schneeflocken durch den sanften Nebel, der einen mystischen, hauchzarten Schleier über die ganze Szenerie legt.


Hohenau, nach einer Gehmeditation im November 2017

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