Aus dem Off

Ihr Lieben,

ihr habt eine ganze Weile nichts von mir gehört – erst hatte ich eine Schweige-Auszeit, dann habe ich mich mit einer Mischung aus stärkerem körperlichem und seelischem Unwohlsein zurückgezogen und seit letztem Wochenende verbringe ich meine Zeit in einer mit meiner Ärztin abgesprochenen „ich glaube, es ist eine simple Erkältung, aber sicher ist sicher“-Ausgangssperre.

Stay at home - Save Lives
Danke an B. fürs Teilen!

In diesen vergangenen drei Wochen ist scheinbar die Welt komplett aus den Fugen geraten – oder zumindest die Schwingungen, die ich aus meinem näheren und entfernten Umfeld und den Medien empfange. Langsam bin ich emotional in einer Art Zwickmühle… Einerseits bin ich der Meinung, das Thema wird viel zu sehr hoch gepusht und ausgeschlachtet, wodurch die Ernsthaftigkeit der Lage außer Sichtweite gerät. Andererseits wächst in mir der Wunsch, selbst etwas dazu zu schreiben.

Nun ja, mein Leserkreis ist jetzt nun wirklich nicht riesig 😅 und ein kleiner Beitrag mehr fällt in diesem Ozean aus Meldungen vermutlich nicht groß auf. Würde mich freuen, wenn er dennoch ein paar interessierte Leser findet.

Etliche Artikel befassen sich mit mehr oder weniger wissenschaftlichen statistischen Berechnungen, wie viele Menschen wie stark erkranken oder sogar sterben werden – die Abweichungen zwischen den einzelnen Prognosen sind erschreckend hoch.

Überall hört und liest man von Hamsterkäufen, Witze über Nudeln und Klopapier haben Hochkonjunktur, in den Läden sind die Regale tatsächlich erschreckend leer.

Jeden Tag gibt es neue Schreckensmeldungen, wie Sozialleben und Wirtschaft den Bach runter gehen.

Auch panikmachende Falschmeldungen sind an der Tagesordnung.

Aber was ist es tatsächlich, was den Menschen Angst macht?

Ist es Angst davor, selbst zu erkranken?

Ist es die Angst, ein nahestehender Mensch könnte erkranken?

Wiederum andere verharmlosen und ignorieren die Thematik, Empfehlungen werden missachtet und belächelt.

Es gibt einen Aufschrei nach dem anderen, weil nach und nach Einrichtungen geschlossen und Veranstaltungen abgesagt werden.

Nicht alles ist abgesagt
Vielen Dank an A.-K.! 🙏🏼

Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Menschen hauptsächlich Angst davor haben, aus ihrem Traum von Allmächtigkeit geweckt zu werden. Dass die Leute sich nicht eingestehen wollen, dass wir eben nicht der Mittelpunkt des Universums sind und auch nicht alles immer auf Knopfdruck bekommen oder kontrollieren können. Dass es auch für die „großen“ Nationen noch Gefahren gibt, die sich weder von wirtschaftlicher Macht noch Grenzzäunen oder Waffen abschrecken oder aufhalten lassen.

Menschen sind unwichtig
Dankeschön an C.!!! 🤗

Wir wollen aber doch unser Leben leben wie immer!

Wir wollen aber nicht zu Hause rumsitzen und Däumchen drehen!

Ist doch eh alles halb so schlimm, die anderen übertreiben maßlos!

🤔

Wenn ich mir das so anhöre, fallen mir spontan drei Worte ein:

„Gier, Hass und Verblendung“

So stark wie in diesen Tagen habe ich die Wahrheit hinter diesen drei Begriffen aus der buddhistischen Ethik noch nie wahrgenommen, sie überrollt mich gerade förmlich. Diese sogenannten Geistesgifte halten derzeit die Gesellschaft in oder viel eher außer Atem.

Dabei könnte es so einfach sein.

Dem „Ich will jeden Tag einkaufen und essen und ins Kino etc. gehen!“ (Gier, Haben-Wollen) können wir begegnen mit „Ich bin gut versorgt, habe noch immer die Möglichkeit, Nahrungsmittel zu bekommen. Vielleicht gibt es in meinem Umfeld jemanden, der nicht einkaufen und dem ich etwas mitbringen kann?“.

Das „Die können mir doch nicht sagen, ich soll zu Hause bleiben, ich will mich nicht einsperren und einschränken lassen!“ (Hass, Nicht-Haben-Wollen) lässt sich vielleicht besänftigen mit „Endlich hab ich mal Zeit für all die Dinge, die sonst im hektischen Alltag liegen bleiben oder ganz hinten runter fallen.“.

Und die Verharmlosung und Leugnung, Sätze wie „Ist doch nur eine Erkältung und alles total übertrieben.“ (Verblendung, Ignoranz) verpuffen neben der tief empfundenen Erkenntnis, dass es nun mal Menschen gibt, für die die momentane Situation in kürzester Zeit den Tod bedeuten könnte und dass wir auf ganz einfache Weise heldenhaft Leben retten können, wenn wir mit ein bisschen Weisheit an die Sache ran gehen, den Überblick, einen kühlen Kopf – und Abstand – bewahren.

Alt und Jung sind gefährdet

Für das letzte Bild geht mein Dank an Soja Koala, eine erfrischend inspirierende junge Frau, deren Blog ich schon ein paar Jahre mit Freude folge – ob sie nun gerade wenig oder viel mitzuteilen hat… 😉 Ein Klick auf das Bild führt zum Original-Beitrag und damit zu ihrer Facebook-Seite.

Nun meine Bitte an alle:

Geht mit so viel Wachheit, Bewusstheit und Mitgefühl durch’s Leben, wie es euch irgendwie möglich ist. Die jetzige Krise ist eine riesige Chance für uns.

Sie kann uns lehren, wieder hinzusehen und jeden Moment bewusst zu leben.

Wir können erkennen, wie reich wir sind, dass die Versorgung mit (mehr als) allem Nötigen selbst jetzt sicher gestellt ist.

Wir können erleben, dass wahrer Zusammenhalt entsteht, wenn wir wache Verantwortung übernehmen, auch für Menschen, von denen wir in unserem ganzen Leben nie gehört haben oder hören werden.

Lasst uns die Gelegenheit nutzen, uns und unsere Möglichkeiten neu zu entdecken, mit einem frischen Blick zu sehen und die Fähigkeit zu diesem Perspektivenwechsel als Geschenk zu betrachten!


P. S.: Ich habe gezielt in diesem Text das „Stichwort mit C“ kein einziges Mal verwendet – weiß ja eh jeder, was gemeint ist… 😉


P. P. S.: Ich setze erstmal keine neuen Termine zur Meditation an, was jetzt vermutlich wenig überraschend ist.

3 Antworten auf „Aus dem Off“

  1. Krankheit zehrt an der meiner Ausgeglichenheit, ob nun selbst Betroffen oder über längere Zeit abgeschottet ohne Kontakt zu irgendwen. Einschränkungen, nicht das machen können was man gerne tun möchte oder die Informationsflut der Effekthascherei, wunderbar geschriebene Texte mit Bildern oder Berichte in den Fatale folgen beschrieben werden, je schlimmer des do besser Zähren arg an den Gemüt. Auch wenn man für sich selbst unsicher ist und bestimmte Krankheiten nicht wirklich erkennen kann und niemand anstecken möchte aber keine Möglichkeit hat sicher zu sein Leute anzustecken bringt ein dazu sich Gedanken für sich selbst und sein Umfeld zu machen.

    Es geht auch anders, alles eine Frage der Brille die man Trägt. Kan sagen das ich an mehreren Schweigewochen Teilgenommen hatte, welche wirkliches Schweigen ohne Vorträge oder sonstigen Ablenkungen bedeutet.

    Bis jetzt gab es immer in den Einkaufsläden Frisches leckeres Essen und wirklich alle war nichts, es gab immer die ein oder andere Alternative. Frisches Essen ist eh leckerer als Konserven oder eintöniges Essen welches mit Haltbarkeitsmachenden Substanzen verseucht ist ^.^
    Gehe neuerdings für die Gesundheit drei mal die Woche Einkaufen, daher sehe ich den Verlauf der Bestände in bestimmten Läden. Bei sehr Speziellen Anforderungen kann es mal Passieren das man ein Laden weiter gehen muss aber ja irgendwann hat jeder sein Keller voll mit Nahrungsmittel und es wird wieder alles geben.

    Gesunder Menschenverstand und Aufklärung von den wirklichen Fachleuten vom RKI, befolgen der allgemeinen Ratschläge bringt eine gewisse Sicherheit. Man kann sehr viel Praxis in Gelassenheit und Achtsamkeit üben.
    Außerdem wird man sogar Angerufen sollte man Kontakt zu bestätigten Verdachtsfälle hatte.
    Gute Übung für „da IST“ und „nicht meine Aufgabe“.

    Es ist Zeit um zu üben auch unter erschwerten Bedingungen seine Ausgeglichenheit wieder herzustellen.
    Es ist Zeit Achtsam durchs Leben zu gehen und aktiv für die Gesundheit aller mitzuwirken und auch mal den Mund aufzumachen und Vorschläge vorbringen, die sinnvoll sind.
    Es ist Zeit mal nicht aktiv in den Sozialen Medien von Bericht Post Teilung oder was auch immer sich in Verschwörungstheorien oder Angstmacherei zu verlieren oder gar zu lesen, sonder Mitmenschen aufklären, welche sich arg Manipulieren lassen.
    Es ist Zeit um einander zu Helfen!!! Auch wenn die Hilfe fernbleiben bedeutet oder nicht Direkt wahrgenommen oder bemerkt wird.
    Es ist Zeit Vorgehensweisen welche man selbst anders sieht zu Akzeptieren.
    Es ist Zeit Mut zu haben auch Freunde um Unterstütz zu beten.

    Schlechtreden, Mundpropaganda, Jammern, Wüten, Grübeln, Ärgern, Frustriert sein, Flüchten, Ignorieren, Hassen und Panik machen bringt niemanden was, vor allen ein Selbst schädigt es. Ohne innere Ruhe oder zu Ruhe zu kommen (Gedanklich wie Körperlich gesehen) verfallen wir langsam, Stück für Stück und merken es nicht denn der Geist ist ja Beschäftigt, Flüchtet, Verdrängt sein SEIN.

    Mit den nicht Terminen stehe ich voll hinter dir, auch an Tagen an den es Dir nicht gut geht, wie du bestimmt schon mitbekommen hast ist die Genesung wichtiger als der „Stress“ eine Meditation zu leiten.

    Möge die Sonne über euch Wachen ^.^
    Liebe Grüße

    ps: So Texte zu schreiben hat eine ähnliche Wirkung wie unsere Meditationsgespräche, sie helfen die Ausgeglichenheit zumindest zu fördern. Ein Tiefgreifendes in Text gefasstes Gespräch 😉

    1. Bert, danke für diese vielen, vielen Zeilen, die sehr tief aus dem Herzen kommen und mir aus dem Herzen sprechen!

      Dass du mich mit deinem P. S. zu dem Forum inspiriert hast, weißt du ja nun schon, aber mir war es auch wichtig, dir an dieser Stelle zu danken und zu betonen, dass es mir sehr viel gibt, wenn liebe Mitmenschen sich auf die Art öffnen und mitteilen. Es gibt Auftrieb, zu sehen, dass Menschen das Angebot annehmen, hierher zu kommen – ob physisch oder geistig – und miteinander zu sein.
      Liebevolles Sprechen und tiefes Zuhören, die vierte der Achtsamkeitsübungen, wird so zur lebendigen Praxis, die uns alle bereichern kann! 🙏🏼

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